
Kefir: der Champagner unter den Probiotika
Kefir taucht immer häufiger in den Kühlregalen fast jedes Supermarkts auf. Es ist ein leckeres, gesundes, fermentiertes Milchgetränk, das Joghurt ähnelt. Den besten Kefir stellt man selbst mit einem sogenannten „Kefirpilz“ her, und das ist wirklich ein anderer Prozess als bei Kefir aus der Fabrik. Die Unterschiede findest du weiter unten. Und wenn du keine Zeit hast, deine (rohe) Milch selbst zu fermentieren? Dann sind probiotische Kefirkapseln eine willkommene und gute Lösung!
Kefir: das älteste fermentierte Milchgetränk der Welt
Kefir entstand vor etwa 2.000 Jahren im Kaukasusgebirge irgendwo zwischen Europa und Russland. Wahrscheinlich ist er eines der ältesten Milchfermente überhaupt. Kefirkörner (oder der Kefirpilz) galten als Teil des Reichtums der Familie und des Stammes. Deshalb wurden sie gut geschützt und über Generationen weitergegeben.
Die Milch wurde von Männern in Säcken aus Tierhaut fermentiert. Meist hingen diese Kefirbeutel tagsüber in der Sonne und wurden nachts ins Haus gebracht, um dort an der Tür aufgehängt zu werden. Jeder, der das Haus betrat oder verließ, musste den Beutel mit Fuß oder Hand ein paar Mal anstoßen, damit sich der Inhalt gut vermischte. Über Jahrhunderte genossen die Menschen im nördlichen Kaukasus den „Champagner unter den probiotischen Getränken“, ohne ihn mit der Außenwelt zu teilen.
Sogar Marco Polo erwähnte Kefir in den Chroniken seiner Reisen in den Osten.
Russische Wissenschaftler und Kefir
Kefir wurde jedoch außerhalb des Kaukasus kaum bekannt, bis sich die Nachricht über seine Verwendung zur Behandlung von Tuberkulose sowie Darm- und Magenbeschwerden verbreitete. Russische Ärzte glaubten, dass Kefir gesundheitsfördernd sei, und veröffentlichten Ende des 19. Jahrhunderts die ersten wissenschaftlichen Studien dazu. Einer dieser Wissenschaftler und späteren Nobelpreisträger war Ilja Iljitsch Metschnikow. Metschnikows Theorie, dass Bakterien in fermentierten Milchprodukten das Leben verlängern könnten, bildete die Grundlage für nahezu die gesamte wissenschaftliche Forschung rund um Probiotika. Kefir blieb jedoch extrem schwer erhältlich, und eine kommerzielle Produktion war erst möglich, nachdem man eine Quelle für diese „mysteriösen Körner“, also den bekannten „Kefirpilz“, gefunden hatte.
Die Theorie Metschnikows, dass Bakterien in fermentierten Produkten das Leben verlängern könnten, bildete die Grundlage für nahezu die gesamte wissenschaftliche Forschung rund um Probiotika.
Magisches Getränk: aus einem Pflänzchen?
Der Ausdruck „Kefirpflänzchen“ ist eigentlich eine liebevolle Bezeichnung. Tatsächlich handelt es sich um eine Kultur aus Milchsäurebakterien und Hefen. Sie verklumpen zu etwas, das am ehesten an blumenkohlartige Körnchen erinnert.
Gibt man sie in Milch und hält das Ganze bei Zimmertemperatur, wandeln diese Bakterien und Hefen den vorhandenen Milchzucker (Laktose) in Milchsäure, Kohlendioxid und eine sehr geringe Menge Alkohol um. Nachdem du die Körner herausgesiebt hast, bleibt Kefir übrig, und du kannst den Körnern bei Bedarf wieder frische Milch hinzufügen. In der Fabrik läuft das Verfahren anders: Dort wird nicht der „Kefirpilz“, sondern eine standardisierte Mischung aus einzeln gezüchteten Bakterien und Hefen der Milch zugesetzt.
Der Unterschied zwischen Kefir-Probiotika und anderen Probiotika
Die meisten Produktionstechnologien für Probiotika basieren – genau wie industriell hergestellter Kefir – auf der künstlichen Kultivierung einzelner Stämme in einer sterilen Umgebung. Nach dem Gefriertrocknen werden die „ruhenden“ einzelnen Bakterien und/oder Hefen zu einer probiotischen Formulierung gemischt. Die verschiedenen Stämme haben während der Kultivierungsphase nie die Möglichkeit, miteinander zu interagieren. Gerade diese komplexe Kombination aus Hefe- und Bakterienstämmen sorgt jedoch für die besonderen Wechselwirkungen des authentischen Kefirs und Kefirprobiotika!
Genieße die Wirkung, auch wenn du ihn nicht selbst herstellst
Der Produktionsprozess unserer Kefirprobiotika ist daher grundlegend anders, weil sich hier alle Mikroorganismen während der Kultivierungsphase tatsächlich gemeinsam entwickeln und symbiotische Interaktionen bilden – genau wie in der Natur und im authentischen Kefir. Die Kefirprobiotika werden in Handarbeit auf einer engagierten, spezialisierten Produktionslinie in kleinerem Maßstab hergestellt und sind die traditionellste und nährstoffreichste Probiotika-Option auf dem Markt. So kannst du dennoch von all den guten Eigenschaften profitieren, ohne Kefir selbst herstellen zu müssen. Natürlich ist es schön und auch empfehlenswert, selbst loszulegen, aber bis dahin ist dies die reinste und natürlichste Lösung!
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