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Artikel: Gerichtsverfahren: Glyphosat zerstört gesundes Darmmikrobiom

Gerichtsverfahren: Glyphosat zerstört gesundes Darmmikrobiom

Die Seifenoper, oder besser gesagt, das DRAMA um Glyphosat geht weiter. The Guardian veröffentlichte 2019 einen Artikel – basierend auf einer groß angelegten wissenschaftlichen Studie –, der zeigt, dass Menschen, die in hohem Maße Glyphosat ausgesetzt sind, ein um 41 Prozent höheres Risiko für Non-Hodgkin-Lymphome haben. Die niederländische Plattform „Follow The Money“ setzte noch einen drauf und enthüllte, dass Monsanto niederländische Forschungen zu Glyphosat nach einem für sie „inakzeptablen“ Ergebnis einstellte. Das (biologische) Sahnehäubchen ist eine Veröffentlichung von Bloomberg, die besagt, dass auch eine Klage eingereicht wurde, weil das Pestizid das gesunde Darmmikrobiom zerstören würde – etwas, das immer bestritten wurde.

Die Geschichte

Glyphosat wurde erstmals 1974 eingeführt. Sein Einsatz hat sich inzwischen enorm erhöht, da es längst nicht mehr nur als Herbizid verwendet wird. Glyphosat wird heute auch direkt auf Pflanzen als „Trocknungsmittel“ oder als Mittel zur schnelleren Ernte gesprüht.

Als Teil der Vermarktung wurden gleichzeitig gentechnisch veränderte „glyphosattolerante Kulturen“ eingeführt. Diese Kulturen mussten genetisch spezifisch angepasst werden, um resistent gegen das Herbizid zu sein. Glyphosat konnte uneingeschränkt gespritzt werden, um alle Pflanzen außer diesen gentechnisch veränderten zu töten. So viel zur Biodiversität.

Inzwischen stellt sich heraus, dass Glyphosat auch häufig auf konventionell angebauten Kulturen gesprüht wird. Vom Hobbygärtner bis zum Landschaftsgärtner im öffentlichen Raum: jeder griff zu dem leicht erhältlichen Glyphosat.

Breitspektrum-Herbizid

Glyphosat ist ein Breitspektrum-Herbizid. Das bedeutet, es tötet eine Vielzahl von Pflanzen ab. Es wirkt auf Pflanzen etwas willkürlich, außer auf die zuvor genannten glyphosatresistenten genetisch modifizierten Kulturen. Aber, wie sich jetzt zeigt, tötet Glyphosat auch das mikrobielle Leben im Boden ab. Das ist problematisch, da wir Mikroorganismen für gesunden Boden benötigen. Genau wie im Darmmikrobiom erzeugen Mikroben im Boden günstige Bedingungen, die für optimales Pflanzenwachstum notwendig sind. Ein weiterer störender Faktor ist die Tatsache, dass Glyphosat Mineralien „bindet“, wodurch diese für die Aufnahme durch die Pflanze nicht oder nur stark reduziert verfügbar sind. Dies beeinträchtigt natürlich den Nährwert des angebauten Gemüses.

Mikrobiom

Ein gutes Gleichgewicht im Darm, in dem die gesunden und nützlichen Darmbakterien bei weitem in der Überzahl sind, ist ein wichtiger Bestandteil für die allgemeine Gesundheit. Die nützlichen Bakterien in unserem Darm tragen zu einer optimalen Verdauung bei und unterstützen die Immunfunktion. Darüber hinaus ist das Darmmikrobiom an der Produktion, Regulation und Bildung zahlreicher Hormone, Neurotransmitter, Enzyme und Vitamine beteiligt. Am wichtigsten ist vielleicht, dass nützliche Bakterien verhindern, dass „schlechte“ oder „ungünstige“ Varianten die Möglichkeit bekommen, zu wachsen und Krankheiten zu verursachen.

Wenn Menschen Glyphosat aufnehmen, kann es im Magen-Darm-Trakt als Breitspektrum-Antibiotikum wirken. Bei Tieren wurde gezeigt, dass Glyphosat das Darmmikrobiom stört, und allgemein kann davon ausgegangen werden, dass insbesondere das Wachstum gesunder Bakterien unter Druck gerät. Darüber hinaus haben Studien gezeigt, dass die Exposition gegenüber Glyphosat die Wirkung von Antibiotika beeinflusst.

Die Klage

Die Klage wurde Anfang Februar 2019 beim Bundesgericht in Kansas City, Missouri, eingereicht. Laut den Klägern hat Monsanto die Nutzer systematisch in die Irre geführt, indem es ihnen versicherte, dass Glyphosat keine Auswirkungen auf das Darmmikrobiom hat. Durch Etiketten wurde den Verbrauchern fälschlicherweise versichert, dass die Wirkstoffe auf ein Enzym abzielen, das „bei Menschen oder Haustieren“ nicht vorkommt. Dies ist laut den Klägern unzutreffend.

Monsanto ist inzwischen in mehr als 9000 Gerichtsverfahren verwickelt.

Quellen: The Guardian, Follow The Money, Bloomberg, ConsumerSafety.

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