
Ist das Herz wirklich eine Pumpe?
Wenn jemand Sie fragen würde, was das Herz physiologisch gesehen ist, würden Sie wahrscheinlich „eine Pumpe" antworten. Es ist allgemein bekannt geworden, dass das menschliche Herz als eine Pumpe funktioniert, die das Blut in und aus den Blutgefäßen stößt. Es schlägt durchschnittlich drei Milliarden Mal in einem Menschenleben und ein „durchschnittliches" Herz kann innerhalb einer Woche ein Schwimmbad leerpumpen. Aber wussten Sie, dass es eine interessante alternative Theorie gibt?
Das Herz ist eine Pumpe: Geschichte
Die Theorie, dass das Herz als Pumpe funktioniert, wurde, soweit wir wissen, erstmals von Galileo und Leonardo Da Vinci erdacht. Auf ihren Zeichnungen wird das Herz nämlich als eine Druckkammer dargestellt. Es war jedoch erst im 17. Jahrhundert, mit der Veröffentlichung von William Harveys De Motu Cordis, dass die Konzepte der Blutzirkulation und des Herzens, das Blut ein- und auspumpt, festgehalten wurden.
Alternative Auffassungen
Im Jahr 1920 war Rudolf Steiner der Erste, der sich gegen den Pumpmechanismus des Herzens wandte und stattdessen vorschlug, dass der Blutfluss durch sein eigenes biologisches Momentum vorangetrieben wird. Steiner schlug ebenfalls vor, dass der Druck nicht die Ursache des Blutflusses ist, sondern dessen Ergebnis. Im Jahr 1932 filmte Dr. Bremer den Blutfluss in einem Embryo, der in spiralförmigen Bewegungen zirkulierte, auch bevor das Herz arbeitete!
Ist das Herz also eine Pumpe?
Lassen Sie uns zunächst definieren, was eine „Pumpe" ist. Eine Pumpe wird als ein Druckvorstoßgerät definiert. Wenn Wissenschaftler in der traditionellen Medizin sagen, dass das „Herz eine Pumpe ist", meinen sie, dass die Wände des Herzens Druck erzeugen. Aber ist das überhaupt möglich?
Die alternative Auffassung besagt, dass dies aus drei Hauptgründen nicht möglich ist:
Erstens wiegt das Herz etwa 300 Gramm, während die Blutgefäße in unserem Körper, wenn man sie hintereinander legen würde, die Erde mindestens zweimal umrunden. Wenn das Herz eine Pumpe wäre, bräuchte es enorme Kraft, um eine klebrige Flüssigkeit wie Blut durch die Millionen von Röhren, wie Blutgefäße, zu drücken. Dies ist mechanisch gesehen unmöglich.
Zweitens ist die Geschwindigkeit der Blutbewegung problematisch. Blut bewegt sich am schnellsten aus dem Herz heraus, dann verlangsamt es sich, kommt fast zum Stillstand und nimmt dann wieder an Geschwindigkeit zu, bevor es das Herz betritt. Wie kann eine Pumpe diese Art von Geschwindigkeit regulieren? Es muss einen anderen Mechanismus geben, der das Blut durch die Blutgefäße bewegt.
Schließlich die Funktion des Aortenbogens. Der Aortenbogen ist das Segment des Herzens, wo das Blut das Herz verlässt. Wenn das Herz tatsächlich als Pumpe arbeiten würde, müsste die Geschwindigkeit, mit der das Blut den Aortenbogen verlässt, dazu führen, dass er sich ausdehnt. Denken Sie daran, was passiert, wenn Sie den Wasserhahn zu einem Wasserschlauch aufdrehen. Im Gegenteil: Der Aortenbogen biegt sich sogar noch stärker, wenn Blut das Herz verlässt, was der Idee des „Blutwegpumpens" widerspricht.
Das Herz ist also keine Pumpe. Was besagt die alternative Theorie?
Es wird angenommen, dass Blut keine Form hat, gezwungen wird, die Blutgefäße zu füllen und dadurch ihre Form annimmt. Aber was, wenn Blut eine Form hat: die eines Vortex oder Wirbels. Der Vortex zirkuliert in den Gefäßen durch seine spiralförmige Bewegung und der Zweck des Herzens ist es, das Momentum dieser Bewegung mit spiralförmigen Stimuli zu fördern.
Mit dem Vortex im Gedächtnis fungiert das Herz als ein Strömungsorgan anstelle eines Pumporgans. Blut tritt in die linke Herzkammer (linker Ventrikel) ein und strömt im Uhrzeigersinn, um anschließend durch eine entgegengesetzte Bewegung gestoppt zu werden. Mit anderen Worten, das Herz arbeitet als Bremse und kehrt die Richtung der Blutbewegung um. Wenn das Blut den linken Ventrikel verlässt, bewegt es sich gegen den Uhrzeigersinn.
Das Herz fördert die spiralförmige Blutzirkulation, indem es die Wände zusammenzieht. Es ist kein „Push" erforderlich: Es ist ein passives Füll- und Verteilungssystem. Die Blutgefäße imitieren die Herzfunktion, indem sie sich ausdehnen, um ankommendes Blut zu empfangen, und sich zusammenziehen, um den Blutfluss zu verbessern.
Hat das Herz noch andere Funktionen?
Bei Vielen ist es nicht bekannt, dass das Herz auch Teil des endokrinen Systems ist. Dieses System ist die Sammlung von Drüsen, die Hormone freisetzen und viele Körperfunktionen regeln, einschließlich Wachstum, Stoffwechsel, Schlaf, Stimmung, sexuelle Funktion und Gewebefunktion. Das Herz ist beispielsweise für die Produktion von Hormonen verantwortlich, die als natriuretische Peptide bekannt sind, insbesondere „atrialer natriuretischer Faktor" (ANF). ANF verbessert die Ausscheidung von Natrium (Natriurese) und Wasser über Urin (Diurese).
Wenn der Körper einen erhöhten Blutdruck oder ein erhöhtes Blutvolumen erkennt, gibt das Herz diese natriuretischen Peptide ab. Diese Hormone stimulieren Rezeptoren in den Wänden der Arterien und entspannen die Muskeln der Venen und Arterien, wodurch der Blutdruck sinkt.
Denken Sie, dass das Herz keine Pumpe ist, sondern ein „Strömungsorgan", das die Spiralbewegung des Blutes fördert? Würde diese Theorie jemals medizinische Bücher umschreiben lassen, genau wie die Wim Hof-Studie, die bewies, dass das autonome Nervensystem bewusst kontrolliert werden kann? Das Herz ist jedenfalls nicht nur ein Muskel, sondern auch eine hormonproduzierende Drüse. Was für ein großartiges Organ!

