Ausgewogene Gewohnheiten in Bezug auf Ernährung, Schlaf und Bewegung: Es klingt so einfach, ist aber gleichzeitig eine Lebensweise, die in unserer hektischen Gesellschaft nur schwer konsequent zu erreichen und aufrechtzuerhalten ist. Genau diese drei Säulen so einflussreich sind, wenn wir auf natürliche Weise so gesund wie möglich leben wollen. In welchen Therapieformen ist dieses Motto eigentlich die Basis und was sind einfache Tipps, um dem Idealbild im Alltag so nahe wie möglich zu kommen?

Diese Woche diskutieren wir Säule 2: Sauberkeit.

Ein gesunder Mund

Starke, saubere Zähne und ein gesundes orales Mikrobiom sind ein wichtiger Aspekt unserer Gesundheit. Wichtig, da Ihre Zähne, Ihr Speichel und Ihre Mundflora Ihre Nahrung für die Verdauung im Magen und Darm vorbereiten. Aber auch die Vorbeugung gegen Karies (und ihre möglichen langfristigen Auswirkungen auf Ihren Körper) beginnt natürlich in Ihrem Mund - und was Sie da reinstecken.

Je höher Ihre Ernährungsqualität und je genauer sie auf Ihre spezifischen Bedürfnisse und Ziele zugeschnitten ist, desto besser ist Ihre Basis. Denken Sie an folgende Lebensmittel, um Ihre Mundflora zu nähren und zu unterstützen:

  • Essen Sie ausreichend fettlösliche Vitamine A, D, E und K2. Essen Sie gar keine tierischen Produkte? Nahrungsergänzung kann helfen; Viele Vitamine kommen in pflanzlichen Lebensmitteln deutlich weniger häufig vor.
  • Nehmen Sie mineralstoffreiche Lebensmittel zu sich: Zink, Magnesium und Kalzium sind beispielsweise wichtig für die Stärke und Gesundheit Ihrer Zähne und Ihrer Mundflora.
  • Wählen Sie regelmäßig Lebensmittel, die reich an prä- und probiotischen Faktoren sind, wie fermentierte Milchprodukte und Gemüse. Auf diese Weise nähren Sie Ihre Mundflora und helfen Ihrer Verdauung bei der Handarbeit. Seien Sie so zurückhaltend wie möglich mit (raffinierten) Zucker- und Mehlprodukten.
  • Je mehr Sie essen, desto häufiger muss Ihr Mundmikrobiom arbeiten. Gönnen Sie dem Mikrobiom des Mundes ein paar Stunden Ruhe, indem Sie sich auf nicht mehr als 3 Essmomente pro Tag beschränken, damit sie sich entspannen und Ihr Gleichgewicht wiedererlangen können.

Sie halten Ihren Mund durch Zahnhygiene sauber. Natürlich ist es für starke Zähne und gesundes Zahnfleisch wichtig, nach Bedarf zu putzen und Zahnseide zu verwenden. Eine zusätzliche natürliche Unterstützung ist das Spülen Ihres Mundes mit einer lauwarmen Kochsalzlösung. Dies kann Schnitte oder Entzündungen in Ihrer Mundhöhle lindern und auch bei schlechtem Atem helfen.

Flüssigkeitszufuhr ist ebenfalls wichtig. Trinken Sie genug Wasser. Auch der Schlaf beeinflusst dies auch: Wenn Sie mit offenem Mund schlafen, trocknet Ihre Mundhöhle aus, was unerwünschtes Bakterienwachstum fördert.

Weitere Tipps für einen gesunden Mund finden Sie in unserem speziellen Blog dazu!

Befreien Sie Ihr inneres Wesen

Das Händewaschen ist quasi der Pförtner der Hygiene (lesen Sie alles darüber in unserem Blog über Händewaschen). Wenn Ihr Körper jedoch mit einer schweren bakteriellen Infektion zu kämpfen hat, werden häufig Antibiotika schnell als Lösung eingesetzt. Nach heutigem Kenntnisstand wissen wir, dass der Einsatz von Antibiotika viele Nachteile für die Umwelt und das mikrobiologische Gleichgewicht bei Mensch und Tier hat und dass immer mehr Bakterien resistenter werden gegen Antibiotika. Dies könnte zu einer sogenannten „post antibiotic era“, einer Post-Antibiotika-Ära führen: einer Zukunft, in der Mikroben Antibiotika widerstehen und in unserem Körper freien Lauf haben. Die gute Nachricht ist, dass die Wissenschaft vielversprechende Fortschritte bei der Erforschung natürlicher Alternativen zu Antibiotika macht.

Haben Sie schon von folgenden Entwicklungen gehört?

  • Eine Alternative oder Ergänzung zu Antibiotika bei nicht lebensbedrohlichen, aber hartnäckigen Infektionen sind Bakteriophagen. Jedes Bakterium hat seine eigene Bakteriophagen-Nemesis, die natürlich auch im Körper vorkommt. Die greift das Bakterium an, indem es an sich bindet und seine DNA dort hinein injiziert und vermehrt, um die Bakterien von innen heraus zu zerstören. Der Vorteil ist, dass, wenn ein Bakterium von seinem Nemesis-Phagen nicht sehr beeindruckt ist, eine Kombination mehrerer Bakteriophagen als nächste Angriffstaktik aufgefahren werden kann. In manchen Ländern werden Bakteriophagen bereits experimentell eingesetzt, wenn Antibiotika keine Linderung mehr bringen.
  • Eine weitere innovative Entwicklung ist die Verwendung von Lysin (einer essenziellen Aminosäure) im Kampf gegen bakterielle Infektionen. Indem man Lysin im Labor leicht moduliert, erhält es einen selektiveren Zielbereich, so dass Lysin wie Bakteriophagen bestimmte Bakterienstämme spezifisch eliminieren kann. Wenn es um das Mikrobiom und Infektionen geht, sollten Antibiotika darum absolut nicht immer die Standardlösung sein.

Dies sind einige interessante Konzepte, die unseren Horizont im Bereich der Bekämpfung bakterieller Infektionen erweitern können. Auch auf dem Gebiet der Lebensmittelextrakte und ihrer potenziellen antibakteriellen Eigenschaften sind allerlei wissenschaftliche Studien im Gange, die wir genau verfolgen.

Die Haut geschmeidig und sauber

Auch Ihre Haut hat ein Interesse an Ihrer Ernährung und Ihrer Essenswahl. Saubere, gesunde Haut ist eine Kombination aus Genetik und Epigenetik, und auch Ihr Darm spielt dabei eine nicht zu unterschätzende Rolle. Die Darm-Haut-Achse spielt dabei eine zentrale Rolle: die Verbindung zwischen Darm und Haut.

Seit 1930 wird der Zusammenhang zwischen Darm und Haut beschrieben und erforscht. Ihre Darmgesundheit hat nicht nur einen starken Zusammenhang mit Ihrem Immunsystem, Ihrem Schlaf, Ihrer Stressresistenz und Ihrem Stoffwechsel. Wenn Ihr Darm gesund ist, widerspiegelt sich das über Ihre Haut.

Eine Studie ergab beispielsweise, dass Teilnehmer mit Rosacea (bei der die Haut gerötet ist und häufig Hautunreinheiten auftreten) bis zu zehnmal häufiger an SIBO litten als Teilnehmer ohne Rosacea. Wenn das übermäßige Wachstum von Dünndarmbakterien angegangen wurde, wurden die Verunreinigungen während dieser Studie ebenfalls beseitigt.

Es ist auch bekannt, dass sich eine Glutenallergie oder -unverträglichkeit durch die Duhring-Krankheit manifestieren kann, eine Hauterkrankung, die Beulen und Blasen verursacht. 10-15% aller Zöliakiepatienten leiden an dieser Erkrankung, aber auch ohne eine bekannte Glutenallergie ist eine glutenfreie Ernährung die wichtigste und wirksamste Behandlung für Dermatitis herpetiformis Duhring.

Neben Darm und Mund hat auch Ihre Haut ein eigenes Mikrobiom. Sie beeinflussen dies (zusätzlich zu Ernährung, Stresslevel und Schlaf) indem Sie Ihre Haut pflegen und reinigen. Gerade jetzt, wo wir oft nur begrenzt mit Sonneneinstrahlung in Kontakt kommen, jedoch verstärkt blaues Licht durch Bildschirme aufnehmen, ist es gut, Ihre Haut äußerlich zu pflegen. Haben Sie schon mal über die folgenden Arten der Hautpflege nachgedacht?

  • Hautpflege von innen: Trinken Sie ausreichend Wasser, was für eine geschmeidige, gesunde Haut sehr wichtig ist. Und zusätzlich zu den Lebensmitteln, die gut für Ihre Mundgesundheit sind, stellen Sie sicher, dass Sie auch genügend Ballaststoffe, Fette und kollagenreiche Produkte essen.
  • Bewegung. Es ist gut für Ihren Kreislauf und Schwitzen hilft, Abfallprodukte zu entfernen. Wenn Sie beispielsweise draußen trainieren, erhalten Sie auch viel Sonnenlicht - zwei Fliegen mit einer Klappe!
  • Kosmetika können häufig durch natürliche Produkte wie reines Jojobaöl oder Hagebuttenöl ersetzt werden, um Ihre Haut zu pflegen, oder durch natürliches Meersalz und Apfelessig für ein Peeling. Sie können Aloe Vera aufgrund seiner beruhigenden Eigenschaften als kosmetisches Produkt kaufen, aber mit einer Aloe Vera-Pflanze zu Hause können Sie sie auch auf natürliche Weise auf die Haut auftragen, indem Sie ein Stück des Blattes abschneiden.

Wie Sie gelesen haben, sind Ruhe, milde Hygiene und Ernährung entscheidende Bestandteile eines gesunden Körpers, der so sauber und ausgeglichen wie möglich ist. Aber welche Nahrung hat die Eigenschaften, die Selbstreinigungs- und Regenerationsfähigkeit des Körpers optimal zu unterstützen? Das diskutieren wir im letzten Blog unseres Trios für ein gutes Leben: Keto.