Ferienstress kennen die meisten von uns. In der letzten Minute die Reiseversicherung überprüfen, noch schnell in den Drogeriemarkt um Sonnencreme und Tabletten gegen Durchfall zu kaufen, sich von der Familie verabschieden, Ölstand und Bremsflüssigkeit überprüfen und dann noch schnell die letzten Aufgaben auf der Arbeit erledigen. Aber wussten Sie, dass Sie auch nach Ihrem Urlaub mit jeder Menge Stress rechnen müssen? Fügen Sie die Ferienmahlzeiten hinzu und Sie fühlen es bereits in Ihrem Bauch rumoren!

Gleich nach Ihrem Urlaub fängt das Elend wieder an!

Nach ein paar Wochen Urlaub, schönen Ausflügen und dem Besuch gemütlicher Restaurants steht der Alltag wieder vor der Tür. Die täglichen Sorgen, der Stress auf der Arbeit und die vielen Aufgaben, die wie immer Ihre Aufmerksamkeit brauchen und auf Fertigstellung warten. Prozentual gesehen treten die meisten stressbedingten Beschwerden häufiger nach den Ferien als vor den Ferien.

Klingt seltsam, aber vertraut

Ziemlich seltsam, denn Sie würden schwören, dass Sie nach dem Urlaub ausgeruht und voller Energie wieder an die Arbeit können. Das ist jedoch nicht immer so. Vor allem, wenn Sie –vielleicht sogar unbemerkt - vor den Ferien bereits auf dem Zahnfleisch gingen. Was ist der Grund hierfür? Im Urlaub kommen weniger Reize – Auslöser – auf Sie zu, sodass der menschliche Körper nicht mehr so viele Stresshormone produzieren muss, um Beschwerden wie Müdigkeit und andere Unannehmlichkeiten zu unterdrücken. Endlich können Sie fühlen wie verärgert und müde Sie eigentlich sind. Sie können die Energiereserven wieder aufladen – zumindest hoffen Sie das!

Denn leider war der Urlaub zu kurz und die Erwartungen etwas zu hoch. Sie sind doch nicht so ausgeruht und Ihr erster Arbeitstag ist auch schon wieder in Sicht. Ihr Körper bereitet sich auf den „täglichen“ Kampf vor. Dies bedeutet, dass die Produktion der Stresshormone wieder hochgefahren wird. Sie funktionieren wieder auf Adrenalin. Die Durchblutung von Herz, dem Gehirn und Muskeln steigt und die Durchblutung des Verdauungssystems nimmt ab. Genau hier liegt das Problem! Die Darmfunktionen werden verzögert, was zu Verstopfungen, Blähungen und  aufgeblähtem Gefühl im Bauch führen kann.

Die Darm-Gehirn-Verbindung

Inzwischen gibt es zahlreiche neue Ein – und Ansichten zu unserem Verdauungsapparat, den Wechselwirkungen mit unserem Gehirn, dem Effekt von Stress und dem Einfluss auf das Immunsystem. Unser Darm enthält mindestens so viele Nervenzellen wie unser Gehirn. Durch diese Nervenzellen kann unser Darm allerlei Aktivitäten selbständig ausführen und unter anderem über den Nervus vagus imstande direkt mit unserem Gehirn kommunizieren. Unser Bauch ist eigentlich eine Art zweites Gehirn!

 

 

Sind wir was wir essen? Oder sind wir eher das, was unsere Darmbakterien essen!

 

 

Gleichgewicht in Ihrem Bauch

Der Darm enthält mehr als 100 Billionen Bakterien und diese Bakterienpopulation wird als Darmmikrobiom bezeichnet. Wenn die Anzahl der für uns weniger praktischen Bakterien die Anzahl der für uns günstigen Bakterien übersteigt, entsteht im Darm ein ungünstiges Gleichgewicht. Dieses Gleichgewicht können Sie beeinflussen, indem Sie gut und verantwortungsbewusst essen. Hierbei können Nahrungsergänzungsmittel eine sinnvolle Ergänzung bieten. Die für uns ungünstigen Bakterien lieben Zucker, während die für uns günstigen Bakterien ballaststoffreiches und zuckerarmes Gemüse lieben. Der Verzehr von weniger raffiniertem Zucker und mehr Gemüse kann das Gleichgewicht im Darm schnell wieder herstellen und den Heilungsprozess im Darm beschleunigen.

Probiotika

Dies sind Mischungen von “guten” Bakterien, die zum Beispiel in fermentierten Milchprodukten wie Joghurt, Kefir, Kimchi und Kombucha enthalten sind. In der Wissenschaft besteht noch immer kein allgemeiner Konsens darüber welche Bakterienfamilien tatsächlich positiv auf den Menschen wirken und welche Auswirkungen sie haben. Die Bakterienfamilien Lactobacillus und Bifidobacterium werden in Studien zu kognitiven Gehirnfunktionen häufig als vorteilhaft erwähnt.

Präbiotika

Dies sind Ballaststoffe, die wir Menschen nicht selbst verdauen können, die die „positiven“ Bakterien allerdings als Nahrung verwenden können. Nüsse, Vollkornprodukte und einige Obst- und Gemüsesorten, wie z. B. Kohl, Möhren, Hülsenfrüchte, Kartoffeln und Trockenfrüchte wie Datteln, Feigen, Pflaumen und Rosinen enthalten viele präbiotische Fasern. Das gilt auch für die Galacto-Oligosaccharide: GOS-Präparate. Beta-GOS erschien als Erstes auf dem Markt. Inzwischen konnte mit diesem Produkt viel Erfahrung gesammelt werden. Beta-GOS wird aus Laktose vom Rind extrahiert. Beta-GOS gilt nach wie vor als Referenz-Präbiotikum. Es kommt in der Natur in der Muttermilch vor und trägt zur Entwicklung des Darmmikrobaums bei, da es als Nährstoff für Mikroben wie Bifidobakterien und einige Lactobacillen dient.

Und nun?

Bauen Sie Momente von Entspannung und Ruhe ein und achten Sie auf Ihre Essgewohnheiten. Ihr Darm sagt mehr über Ihre geistige Gesundheit aus und hat mehr Einfluss auf Sie als Person, als Sie vielleicht wussten. Vielleicht hatte Freud doch recht und wir Menschen sind doch nur sehr eingeschränkt die „Herren im eigenen Haus“.... denn all diese Bakterien haben wahrscheinlich doch viel mehr zu sagen!

Und schauen Sie sich doch mal bei unserer Darmkategorie um!